Branchenkodex

Die Markt- und Sozialforschung ist an berufsständische Verhaltensregeln gebunden. Diese Standesregeln geben einerseits Hinweise zur Umsetzung gesetzlicher Vorschriften, z. B. im Hinblick auf Datenschutz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, andererseits dienen sie einer vertrauensvollen Kommunikation mit Befragten bzw. der Öffentlichkeit und definieren Standards zur Sicherung einer verlässlichen Ergebnisqualität. Sie gelten durch die sogenannte Verkehrssitte verbindlich für die ganze Branche, auch unabhängig von der Mitgliedschaft in einem der vier deutschen Branchenverbände ADM, ASI, BVM und DGOF.

Grundlegend ist der von der Internationalen Handelskammer ICC und dem internationalen Marktforschungsverband ESOMAR erlassene „ICC/ESOMAR Internationaler Kodex“. Dieser Branchenkodex wurde durch die deutschen Verbände ADM, ASI, BVM und DGOF angenommen und in der deutschen Annahmeerklärung in einzelnen Punkten noch verschärft. Richtlinien, die für einzelne Bereiche der Markt- und Sozialforschung gelten, präzisieren und ergänzen diesen weiter.

Richtlinien der deutschen Branchenverbände

Aktueller Hinweis
Das Inkrafttreten der EU-DSGVO am 25. Mai 2018 machte es notwendig, die Richtlinien der Markt- und Sozialforschung anzupassen. Richtlinien mit Datum Januar 2021 sind bereits von den Trägerverbänden des Rates ADM, ASI, BVM und DGOF überarbeitet. In Überarbeitung befinden sich zurzeit die Soziale-Medien-Richtlinie und die Richtlinie für den Einsatz von Mystery Research in der Markt- und Sozialforschung. Die Gültigkeit dieser Richtlinien bleibt hiervon unberührt. Vorerst keine Bearbeitung ist vorgesehen für die Richtlinie für Studien im Gesundheitswesen zu Zwecken der Markt- und Sozialforschung und die Richtlinie für die Veröffentlichung von Ergebnissen der Wahlforschung. Die Richtlinie für den Einsatz von Datentreuhändern in der Markt- und Sozialforschung wurde ersatzlos aufgehoben, da der Inhalt der Richtlinie mittlerweile gesetzlich geregelt ist und keine weiteren Regelungen erforderlich sind