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Berlin, 27. Januar 2021

Mit der Überarbeitung der Branchen-Richtlinien passen die Verbände diese an die aktuellen Entwicklungen der Branche und deren Digitalisierung sowie an die geänderten Datenschutzbestimmungen an. Damit sollen die Richtlinien einerseits die Anwendungsbreite der Markt- und Sozialforschung in angemessener Form widerspiegeln sowie andererseits den rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen.

So wurde die „Richtlinie für Online-Befragungen“ an die Entwicklungen der letzten Jahre angepasst, und bei der „Richtlinie für die Befragung von Minderjährigen“ wurden die Altersgrenzen und die Anforderungen in Abhängigkeit von den Befragungsorten konkretisiert. Die umfangreichsten Änderungen gab es bei der „Richtlinie für die Aufzeichnung und Beobachtung von Gruppendiskussionen und qualitativen Einzelinterviews“. Diese wurde gänzlich umbenannt in „Richtlinie für Aufzeichnung und Beobachtung in der Markt- und Sozialforschung“ und gilt damit für alle Befragungsmodi. Zudem enthält sie nun eindeutige Regelungen zu Inhome Visits, zum Streamen und zu Videokonferenzen bei Gruppendiskussionen und Interviews. Alle Richtlinien wurden durch Mustertexte zu Verpflichtungserklärungen und Einwilligungen ergänzt.

Die Branchen-Richtlinien sind eine wesentliche Säule der berufsständischen Verhaltensregeln und sichern damit unter anderem auch die wissenschaftliche Korrektheit und Qualität von Daten und Studien. Alle in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung Tätigen sind an die Richtlinien gebunden. Sie gelten durch die sogenannte Verkehrssitte also auch für solche Markt-, Meinungs- und Sozialforscherinnen und -forscher, die nicht Mitglied eines Verbandes sind. Die Richtlinien ergänzen in Deutschland den ICC/ESOMAR Internationaler Kodex zur Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie zur Datenanalytik , die Erklärung für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zum ICC/ESOMAR Internationaler Kodex und die Qualitätsrichtlinien der deutschen Verbände. Zu den aktuellen Richtlinien.

Berlin, 27. Mai 2020

Ein Anliegen des Rats der Deutschen Markt- und Sozialforschung ist es, die Anzahl der eingereichten Beschwerden weiter zu erhöhen. Dazu soll neben der Öffentlichkeitsarbeit insbesondere die Einrichtung einer Servicestelle beitragen. Die Servicestelle wurde von der 2020 – bedingt durch Corona – erstmals online durchgeführten Mitgliederversammlung im Mai beschlossen. Dazu waren Änderungen in der Satzung und in der Beschwerdeordnung notwendig. „Die Servicestelle unterstützt z. B. auch Privatpersonen, die sich über Firmen beschweren möchten und bietet vor allem im Hinblick auf das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen Beschwerdeführer und Beschwerdegegner – meist Institute, die sich juristisch vertreten lassen – wichtige Hilfestellungen“, so der Vorstandsvorsitzende des Rats Prof. Dr. Raimund Wildner, zu den Beweggründen für dieses neue Angebot.

Berlin, 01. Dezember 2019

Die Zahl der eingereichten Beschwerden und der sonstigen Anfragen an den Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung nahm 2019 stark zu: Insgesamt gingen 2019 16 Beschwerden ein (2018 waren es zehn und 2017 neun). Nach Überprüfung einer eingegangenen Beschwerde hat der Rat 2019 erstmals seit mehreren Jahren eine öffentliche Rüge und damit die schärfste verfügbare Sanktionsmaßnahme erteilt. Geahndet wurde ein schwerer Fall der Vermischung von Marktforschung und Verkauf. Dabei wurden Reisegutscheine als Incentives für eine Befragungsteilnahme in Aussicht gestellt, die bei ihrer Einlösung mit erheblichen Folgekosten verbunden waren und dazu dienten, eine verdeckte Verkaufstätigkeit zu betreiben. Außerdem wurden mehr als 50 sonstige Anfragen an den Rat gestellt (2018 waren es 38 und 2017 29). Diese Entwicklung zeigt, dass der Rat in den letzten zwei Jahren bekannter geworden ist.

Berlin, 15. Mai 2019

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des Rats der Deutschen Markt- und Sozialforschung wurde am 9. Mai 2019 der Vorstand neu gewählt. Für weitere drei Jahre wurden die bisherigen Amtsinhaber, Prof. Dr. Raimund Wildner, BVM, und Dr. Jette Schröder, ASI, zum Vorstandsvorsitzenden und zur stellvertretenden Vorsitzenden des Rates gewählt.

Die Mitgliederversammlung berief auch BVM-Geschäftsführerin Ellen Didszus erneut für weitere drei Jahre als Geschäftsführerin in den Rat.

Außerdem wurden mehrere Mitglieder der Trägerverbände ADM, ASI, BVM und DGOF als Einzelmitglieder neu oder erneut in den Verein berufen.

Alle Amtsbestätigungen und Neuwahlen erfolgten einstimmig.

2018 hat sich der Rat mit elf eingereichten Beschwerden auseinandergesetzt. Davon wurden zehn Fälle abgeschlossen, wobei der Rat einen Hinweis und eine veröffentlichte Rüge erteilte. Eine Beschwerde aus 2018 ist weiterhin Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens. Gemäß der Beschwerdeordnung ist dieser Fall bis zum Abschluss des Verfahrens ausgesetzt.

Der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung wird 2019 seine intensivierte Kommunikationsstrategie fortsetzen. Beschlossen wurde zudem ein Relaunch des Webauftritts, um die Website an den zeitgemäßen Stand der Technik anzupassen.

Berlin, 1. März 2019

Mit elf eingereichten Beschwerden (im Vorjahr neun) hat sich der von den Branchenverbänden ADM, ASI, BVM und DGOF gemeinsam getragenen Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung in 2018 auseinandergesetzt. Davon wurden sieben Beschwerden abgeschlossen, eine ist in der Bearbeitung durch eine der Kammern, zwei befinden sich noch in der Vorprüfung. Ein weiterer Fall betrifft gefälschte Interviews und ist gleichzeitig auch Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens. Gemäß der Beschwerdeordnung ist der Fall bis zum Abschluss des Verfahrens ausgesetzt.

Die angezeigten Fälle betrafen fünf sehr heterogene Themenkomplexe: Drei Beschwerden wurden von Teilnehmern an Online-Panels eingereicht. Hierbei ging es zweimal um die Kündigung eines Teilnehmerkontos durch das Institut, einmal um eine fehlende Auszahlung eines Incentives. Zwei Beschwerden gingen wegen telefonischer Umfragen ein. Einmal wurde trotz der Aufnahme eines Teilnehmers in einer Sperrdatei angerufen, ein anderes Mal das Interview vom Institut abgebrochen.

Auch die Qualität der Forschung war Thema von Beschwerden. Eine Beschwerde richtete sich gegen die Art der Fragestellung, die als suggestiv empfunden wurde. Eine weitere bezog sich auf eine nicht sachgerechte Interpretation von Umfrageergebnissen und ein anderer Beschwerdeführer sah eine Reichweitenstudie methodisch falsch angelegt. Die beiden übrigen Beschwerden betrafen unzulässige Verknüpfung von Marketing/Werbung und Marktforschung.

Bis auf den ausgesetzten mutmaßlichen Betrugsfall waren die Beschwerdeanlässe nicht so gravierend, um sie mit einer Rüge zu sanktionieren. Dem entsprachen auch die Ergebnisse der durch den Rat entschiedenen Verfahren. Eine Beschwerde wurde wegen Unzulässigkeit zurückgewiesen, fünf weitere wegen der Geringfügigkeit der Verstöße eingestellt und ein Verfahren führte zu einem nicht veröffentlichten Hinweis.

Der Vorsitzende des Rats, Raimund Wildner, kommentiert diese Zahlen: „Wir haben zwar mehr Fälle als im Vorjahr und auch mehr als im langjährigen Durchschnitt. Es gibt aber Hinweise, dass vor allem die schweren Beanstandungen noch zu oft unter der Hand geklärt werden.“ Dies sei bedauerlich, weil dadurch die Selbstkontrolle der Branche eingeschränkt werde, so Wildner.

Im vergangenen Jahr hat der Rat die Beschwerdemöglichkeiten erweitert. Während sich bislang nur Befragte, Konkurrenten, Auftraggeber, bestimmte Verbände oder Behörden beschweren konnten, so wird diese Möglichkeit jetzt auch sonst unmittelbar Betroffenen, z. B. Interviewern, die zum Betrug angehalten werden, eingeräumt. Geplant ist außerdem die Einrichtung einer sogenannten Ombudsstelle, die künftig die Beschwerdeführung vereinfachen soll. „Ziel ist, dass der Rat die erste Anlaufstelle bei Beschwerden über die Markt- und Sozialforschung in Deutschland wird“, begründet Wildner diese Maßnahmen.

Berlin, 14. November 2018

Markt- und Sozialforschung brauchen Vertrauen, sonst können sie nicht funktionieren. Vertrauen brauchen sie bei den Datenlieferanten, den Befragten, aber auch bei denen, die die Ergebnisse verwenden und zur Unterstützung oft weitreichender Entscheidungen nutzen. Redlichkeit und Kompetenz sind die Stichworte, die hier wichtig sind. Was redlich und kompetent ist, das wurde bekanntlich in einem ganzen System von Richtlinien definiert. Werden sie nicht eingehalten, dann ist das schlecht für das Vertrauen und schadet damit letztlich auch den vielen Instituten und den Markt- und Sozialforschern, die sich an die Regeln halten und die zu Recht Vertrauen verdienen.

Um das Vertrauen in die Redlichkeit und die Kompetenz der Branche zu stärken, wurde vor nunmehr 17 Jahren der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung e.V. ins Leben gerufen. Ähnlich wie andere vergleichbare Institutionen – das bekannteste Beispiel ist der Werberat – funktioniert er als Selbstkontrolleinrichtung der Branche, die gegen gemeldete Regelverstöße vorgeht.

Das funktioniert aber nur, wenn dem Rat Verstöße gegen die Berufsgrundsätze auch gemeldet werden. Und da muss man durchaus selbstkritisch anmerken, dass dies noch ausbaubar ist. Knapp 100 Entscheidungen hat der Rat in den letzten 17 Jahren getroffen, pro Jahr sind das rund sechs Fälle. Das wäre positiv zu werten, wenn es einfach nicht mehr Fälle gäbe, die zu beanstanden sind. Dies ist leider nicht der Fall. Die „Akte Marktforschung“ von Spiegel Online hat gezeigt, dass es durchaus betrügerische Fälle gibt. Diese kamen jedoch nicht vor den Rat. Und auch in Gesprächen mit Markt- und Sozialforschern erfährt man immer wieder von Fällen, in denen miserable Qualität oder gar Betrug abgeliefert wurden, in denen man sich aber dann finanziell geeinigt und als Teil des Deals Stillschweigen vereinbart hat.

In dieser Situation sind zwei Dinge erforderlich: Der Rat muss bekannter werden, seine Ziele, seine Vorgehensweise und vor allem auch, wie man einen Verdachtsfall vor den Rat bringt. Und die Branche muss dafür sensibilisiert werden, dass es wichtig ist, entsprechende Fälle dem Rat zu melden. Wenn der Rat tätig wird, dann trägt dies dazu bei, das Vertrauen in die Branche zu stärken. Der Rat hat in den vergangenen Monaten diese Ziele verfolgt und wird dies weiter tun. Dazu wurde der Kreis der zur Klage Befugten erweitert. Die Website des Rates „www.rat-marktforschung.de“ wurde ansprechender gestaltet, FAQs wurden ergänzt. An einem verbesserten Kommunikationskonzept wird derzeit gearbeitet. Wichtig ist nun, dass aus der Branche die Fälle an den Rat herangetragen werden. Jeder, der mit einem solchen Fall zu tun hat, muss wissen: Wenn die Branche sich selbst kontrolliert und die Fälle aufarbeitet, in denen die Grundsätze der Redlichkeit und der Kompetenz verletzt wurden, dann ist das gut für die Branche und damit für uns alle. Wenn die Presse das tut, dann eher nicht.

Berlin, 23. April 2018

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Rats der Deutschen Markt- und Sozialforschung e.V. am 18. April 2018 wurde beschlossen, den Kreis der Beschwerdeberechtigten zu erweitern. Neben Befragten, Kunden und Wettbewerbern sind ab sofort auch andere unmittelbar Betroffene beschwerdeberechtigt. „Dies können z. B. Interviewer sein, die den Auftrag erhalten, zu betrügen oder auch Personen oder Institutionen, die durch eine fehlerhafte Marktforschung angegriffen werden“, erläutert der Vorsitzende des Rates Prof. Dr. Raimund Wildner.

Auf der Versammlung wurde nochmals festgestellt, dass der Rat bei Verdachtsfällen zu selten eingeschaltet wird. „Wenn pro Jahr nur eine einstellige oder niedrige zweistellige Zahl an Beschwerden eingereicht wird, dann ist der Einfluss des Rates zur Durchsetzung der Berufs- und Standesgrundsätze naturgemäß nur begrenzt“, so Wildner. Ziel müsse daher sein, dass deutlich mehr Fälle beim Rat angezeigt werden als bisher.

Um dies zu erreichen, soll u. a. die Bekanntheit des Rats durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gesteigert werden. Dabei muss auch deutlich werden, dass der Rat mit seinen mehrstufigen Sanktionsmöglichkeiten – vom Hinweis über die Missbilligung bis zur veröffentlichten Rüge – ein wirkungsvolles Instrumentarium zur Durchsetzung der Standesregeln zur Verfügung hat.

Berlin, 2. Januar 2017

Vorstand und Geschäftsführung des Rats der Deutschen Markt- und Sozialforschung e.V. haben in enger Abstimmung mit den Vorsitzenden der beiden Kammern des Beschwerderats die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Beschwerderat mit Beginn des Jahres 2017 seine Arbeit wiederaufnehmen konnte.

Damit ist ein wichtiges Instrument zur Förderung der Einhaltung der allgemein anerkannten Berufsgrundsätze und Standesregeln sowie der Qualitätsnormen der Markt- und Sozialforschung wieder funktionsfähig. Dadurch fördert der Rat, der von den vier Verbänden ADM, ASI, BVM und DGOF getragen wird, das Ansehen der Markt- und Sozialforschung in Deutschland.

Berlin, 20. Juni 2016

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Rats der Deutschen Markt- und Sozialforschung wurden am 20. Juni 2016 die Weichen für den Rat neu gestellt. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wurde Prof. Dr. Raimund Wildner, stellvertretender BVM-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des GfK Vereins, gewählt. Dr. Jette Schröder, Geschäftsführerin der ASI Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute und Projektberaterin bei GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften, wurde zu seiner Stellvertreterin gewählt.

Die Änderungen in der Führung des Rats erfolgten auf Wunsch des ADM und wurde auch von allen Mitgliederverbänden mitgetragen. Bislang verantworteten Erich Wiegand als Geschäftsführer, Hartmut Scheffler als Vorstandsvorsitzender und Prof. Heinrich Best als sein Stellvertreter die Arbeit des Rats.

Zur Geschäftsführerin wurde Ellen Didszus, Geschäftsführerin des BVM, von der Mitgliederversammlung berufen. Damit wechseln Vorsitz und Geschäftsstelle des Rats vom ADM zum BVM. Ellen Didszus übernimmt ab 1. August die Geschäftsführung des Rats.

Ebenfalls neu gewählt wurden die Beschwerdekammern, die konkrete Beschwerdefälle bearbeiten. Die beiden Beschwerdekammern sind mit jeweils einem Vorsitzenden, einem Stellvertreter und fünf Beisitzern besetzt.